Auschwitz Lager I

Nach einer aufregenden Busfahrt inkl. durchkämfptem Umstieg, weil man mich einfach (aufgrund der Sprachbarriere)  ignorierte - habe ich meine Unterkunft schon fast vom Busbahnhof aus sehen können. Astra-Appartement. Perfekt.

Krystyna, die Inhaberin, ist überaus freundlich ! Bemüht sich sichtlich um ein paar Brocken Deutsch, gemischt mit wenigen englischen Vokabeln und ganz viel Gestik...was soll ich sagen - wir haben uns auf Anhieb verstanden. Damit ich auf "Nr. Sicher" gehen kann, frage ich gleich nach dem Treffpunkt für die lange Führung (6 Stunden) des Folgetages. Lager I, so sagt schon der Stadtplan den ich noch zu Hause gekauft hatte, kann nicht weit entfernt sein. Dort beginnen offenbar alle Führungen - das will ich mir lieber gleich ansehen. Kann ja nicht so schwer sein sich umzusehen - wenn doch überall betont wird, dass grundsätzlich der Eintritt in die Lager kostenfrei ist...

Naja..ohne jetzt lange auszuholen, dass man sich jede (jede!) Info selbstständig erkämpfen muss, weil es überall (überall!) an Beschilderung mangelt.... das Personal offenbar genervt, überstrapaziert oder schlichtweg lustlos scheint und entsprechend lapidar antwortet oder einen weiterschickt...habe ich, nach Wartezeit bis die letzte Führung des Tages gegen 15 Uhr startet, endlich ab 16 Uhr die Gelegenheit, das Lager als "Individual-Tourist" allein zu betreten (schade, dass auch diese Info nirgends zu finden ist....).

Ich habe mich fast drei Stunden dort eigentständig mit der Kamera orientiert. Es war zunächst noch sehr voll und so manches Gebäude bleibt verschlossen.
Bitte bedenkt bei allen Innenaufnahmen, dass man nur von verglasten Türrahmen aus dem Gebäudeflur einen begrenzten Einblick in Räume erhält. Des Weiteren war es mir nicht anders möglich, die ausgestellten Exponate in Vitrinen oder Schaukästen besser aufzunehmen.
Etwa 90% der Aufnahmen sind am ersten Nachmittag entstanden - und spätestens am folgenden Tag war ich sehr glücklich über meine Intuition, denn während einer Führung zu fotografieren ist fast unmöglich. Es ist einfach zu voll und es bleibt keine Gelegenheit, die Kamera auf die ständig wechselnden Verhältnisse einzustellen.

Nichtsdestotrotz ist eine Führung dort absolut angebracht. Auch wenn es sehr heiß und sehr anstrengend war - die Infos aus nächster Hand sind so kostbar ! Ich würde es immer wieder genau so machen !
Die Zeichnungen sind von Kindern in Auschwitz. Um sie zu erhalten, hat eine Künstlerin sie 1:1 reproduziert. Sie zeigen, wie ich finde, recht deutlich, wie sich die Wahrnehmung der Kleinen von "heiler Kinderwelt" zu "grausamer KZ-Alltag" entwickelt.

Mein Wunsch ist es, die Stimmung, die mich dort empfing, über die Aufnahmen hierher zu transportieren und spürbar zu machen.

Bei Lob und Kritik freue ich mich über einen Gästebucheintrag - ich bitte sehr gespannt um ein Feedback ! Danke schon jerzt !
Eure Ute